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Trockensitzungen

“Aufwärts auf der Narrenleiter – das CCO macht heiter weiter”

So lautete unser Motto der Session 2016. Das klang ein bisschen trotzig, und war auch so gemeint, denn die Ereignisse um den Prinzen 2015 waren noch in aller Munde, als dieses Motto bei der Klausurtagung im April 2015 ausgewählt wurde. Aber während der Session stellte sich heraus, dass es bei unserem CCO tatsächlich aufwärts ging und wir nicht nur heiter machten sondern mitunter sogar ausgelassen den Karneval zelebrieren durften. Wir verdanken dies zu großen Teilen zwei wunderbaren Menschen: Silke Lubitz und Michael Münch, die als Lahno-Rhenania Silke I und Prinz Michael IV von der pfiffigen Feder 32 Tage lang das närrische Volk am Rhein-Lahn-Eck regierten. Sie überzeugten die Narren so sehr, dass einer von ihnen sich sogar motiviert sah, bei den Landtagswahlen am 13. März per Briefwahl, statt der genannten Politiker und Parteien auf dem Stimmzettel anzukreuzen, die Portraits unserer Tollitätein einzukleben, weil sie für Ihn (oder Sie?) anscheinend die bessere Wahl waren. Ein ungültiger Stimmzettel zwar, aber auch vielleicht ein symbolisches Zeichen dafür, dass Prinz und Lahno 2016 vorbildlich regiert hatten.

Aber natürlich waren und sind es vor allem die rund 300 CCO-Aktiven, die es in jedem Jahr möglich machen, dass unser CCO mit fünf tollen Saalveranstaltungen und mit jeder Menge “Spass of der Gass” bei den Umzügen die Leute begeistern kann.

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Viel Begeisterung bei drei großartigen CCO-Trockensitzungen

Wenn das CCO zu seinen Trockensitzungen einlädt, wissen die Gäste, dass sie etwas besonderes erwarten dürfen. Seit 31 Jahren schon ist diese Form der Fastnachtssitzung ein echter Hit im Ranking der karnevalistischen Saalveranstaltungen. Über 2.000 Menschen erlebten an zwei Abenden und einem Sonntagnachmittag die große Bühnenshow bei unserem CCO.

Beifall brandete auf, als sich der Vorhang öffnete und die tolle Bühne mit dem sich drehenden Mainzer Rad im Lahnsteiner Stadtwappen und vielen Lichteffekten zu sehen war. Die nach einem Entwurf von Gerd Schwan von Ulrich „Wombel“ Thörmer und seinem Team gebaute Bühne ist jedes Jahr ein Gesprächsthema bei den Fans der Lahnsteiner Fassenacht.

 

TS2016 hp 11Unser Präsident Markus Krapf war jedesmal in Top-Form. Er hatte diesmal selbst den Part des „Eisbrechers“ übernommen. Als Butler verkleidet versprach er, auf jeden Wunsch der Besucher einzugehen und für Zufriedenheit zu sorgen.

Das gesamte CCO war natürlich besonder stolz, als Markus am Abend vor der zweiten Trockensitzung im Bad Emser Kurtheater beim 14. Kreisnarrentreffen von Landrat Frank Puchtler mit der “Rhein-Lahn-Kapp” ausgezeichnet wurde. Nach Eva Bonn und Karl Krämer ist er bereits der dritte CCO-Aktive der diese höchste karnevalistische Auszeichnung des Rhein-Lahn-Kreises erhielt.

 

 


Doch zurück zur Trockensitzung: Jeder fragte sich natürlich, wer denn an seiner Stelle mit dem Elferrat einmarschieren würde. Diese Aufgabe hatte unser Vorsitzender Helmut Hohl persönlich übernommen, der es sichtlich genoss, im vollen Ornat mit dem Elferrat gemeinsam den Saal zu betreten und „Sträußjer“ zu schmeißen. Und schon war man mittendrin in einer Sitzung, die zu keiner Sekunde langweilig war und die wirklich für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte.



 

 

 

 

 

Unsere große Kindertanzgarde, bestens trainiert von Athina Buto, Juliane Böhme, Jasmin Kalb, Caroline Schmitz und Melina Sonnak, präsentierte ihre aktuellen Gardetänze der jeweiligen Altersstufen. Das Publikum konnte hierbei bestens nachvollziehen, wie die tänzerischen Leistungen der Kleinen mit zunehmendem Alter immer perfekter werden. Auch die Juniorengarde mit ihren Trainerinnen Tanja Sonnak und Laura Fuß bot einen spitzenmäßigen Showtanz mit hohem Tempo und tänzerischem Anspruch. Kaum zu glauben, dass die Mädels und ein Junge erst zwischen 14 und 16 Jahre alt sind.

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Das Protokoll in der Form, wie es „Eule und Spiegel“ (unser Geschäftsführer Hans-Georg Meier und Sohn Konstantin) vortragen, gibt es wohl nur beim CCO. Mit pointierten Worten und passenden Liedern aus Rock, Pop und Schlager nahmen die Beiden die Geschehnisse des vergangenen Jahres und auch das aktuelle Thema „Flüchtlingspolitik“ satirisch aufs Korn. Schwere Kost, aber bestens verpackt und hervorragend dargeboten. Hierfür ernteten Vater und Sohn großen Beifall und Zustimmung von den Sitzungsbesuchern.

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TS2016 hp 03 TS2016 hp 06Dass der närrische Nachwuchs in der Bütt beim CCO gesichert ist, bewies einmal mehr Moritz Münch, der in seiner Rolle als Baletttänzer glänzte, der aber lieber Fußball spielen würde. Der Zwölfjährige stand bereits zum dritten Mal in der CCO-Bütt und fühlt sich hier auch sichtlich wohl. Schließlich kommt er ja auch aus einer karnevalistisch geprägten Familie.

Echten Klamauk in Prosa verbreitete unsere neue junge Aktive Jill Höllen aus Koblenz, aber mit Lahnsteiner Wurzeln, die von ihrer Zeit bei der Bundeswehr berichtete. Mit weiblicher Schlagfertigkeit erzählte sie davon, wie man sich als Soldatin gegen die Männerwelt beim Bund durchsetzen kann.

Mit Tanz und netten Worten kamen die Gardisten der NTG auf die CCO-Bühne. Ihr Solo-Tanzkatrinchen Ronja und auch das Kinderballett in bajuwarischer Tracht eroberten schnell die Herzen der Trockensitzungsbesucher.

Mit ihrem „Huhuuu“ hatte Anja Hewer als „Tussi aus dem Westerwald“ sofort die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie berichtete davon wie es ist, wenn einer Frau der Mann am Traualtar abhanden kommt. Doch wer Anja kennt, der weiß, dass sie mit ihrer Schlagfertigkeit und ihrem unglaublichen Witz auch eine solche Situation bestens beherrscht. Das Publikum ließ sie nur nach einer Zugabe von der Bühne und unser Verein dankte es ihr mit dem „CCO-Heinz“, der von Hans Peter Münch gestifteten und vom Koblenzer Künstler Josef Welling gestalteten Bronzefigur, die das Symbol der Oberlahnsteiner, den Stier, zeigt. Da war selbst Anja Hewer mal sprachlos.

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Anja Hewer und die Juniorentanzgarde

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Kelly Carey und die Musikband mit Power "Benny and friends"

Der Name Münch taucht beim CCO immer wieder auf, aber in diesem Jahr noch in anderem Zusammenhang, denn kein Geringerer als der langjährige CCO-Bühnenaktive Michael Münch, der in diesem Jahr als Ehemann einer experimentierfreudigen Ehefrau glänzte und dafür „Standing Ovations“ vom Publikum erhielt, regierte, wie schon erwähnt, als „Prinz Michael IV von der pffiffigen Feder“ die Lahnsteiner Narren. Ihm zur Seite stand Lahno-Rhenania Silke I (Silke Lubitz), die schion seit einigen Jahren im Prinzenstab mitgewirkt hatte (auch als Bajazz) und deshalb schon jede menge Erfahrung aus dem Umfeld der Tollitäten mitgebracht hatte.

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Die beiden hatten von Beginn an alle Narren begeistert und den Saal zum beben gebracht. Nur kurze Zeit vor der Inthronisation hatte Michael Münch noch in seiner Rednerrolle auf der Bühne gestanden, ohne dass man ihm anmerkte, dass er kurz darauf in die “Prinzenrolle” wechseln würde. Er gestand später, dass er völlig nervös war bei seinem Auftritt als Ehemann, der seiner Frau als Versuchskaninchen in Sachen “Fifty Shades of Grey” dienen durfte. Aber von Aufregung war beim Prinzen Michael nichts mehr zu spüren. Er und Silke überzeugten die Sitzungsbesucher sofort und steckten diese mit ihrer Begeisterung förmlich an.

TS2016 hp 04Auch die CCO-Prinzengarde Funken Blau-Weiß war von diesem Tollitätenpaar total begeistert und geleitete den Prinzenstab und die Tollitäten während 32 Tagen sicher durch eine tolle Kampagne.

Doch das war noch lange nicht alles, was das Sitzungspublikum vom CCO erwarten durfte. Joe Mauer war bei der dritten Sitzung als geplagter Zahnarztpatient auf der Bühne („au Backe, mein Zahn!“) und erweckte bei den Sitzungsbesuchern nicht nur jede Menge Mitgefühl sondern sorgte gleichzeitig für viele Lacher.

Wirbelwind Kelly Carey, die seit vielen Jahren von Jasmin Kalb trainiert wird, ist ein Aushängeschild unseres Vereins. Sie tanzt immer wieder erfolgreich bei Turnieren mit und stand schon öfter auf dem Siegertreppchen auf Bundes- und Landesebene. Bei den Trockensitzugen zeigte sie ihren aktuellen Solotanz und sorgte für Wogen der Begeisterung.

 

 

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Für Begeisterung sorgte auch die Traditionsgarde Rot-Weiß, die mit ihrer Hexen-Show einen großartigen Tanz präsentierte, der immer wieder vom Beifall des Publikums unterbrochen wurde. Im Jahr ihres 33-jährigen Jubiläums hatten die „Rot – Weißen“ mit ihren Garden und dem Showballett sowie mit dem Männerballett „Die Knubbels“ in allen Sälen und auch beim CCO für beste Stimmung gesorgt.

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Auch was unser CCO-Elferrat in diesem Jahr als Showeinlage auf die Beine stellte, sorgte in Lahnstein noch lange für Gesprächsstoff, denn was einmal als „Pausenfüller“ für die Tellersammlung gedacht war, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem eigenständigen Programmpunkt entwickelt, der nicht mehr fehlen darf. Diesmal kam der Elferrat mit dem “Musikantenstadl” auf die Bühne. Moderiert von “Andy Borg” Sebastian Seifert glänzten Gerald Schneiders als Heino, Michael Körner als Andreas Gabalier und Karl Krämer und Markus Krapf als Maria und Margot Hellwig, die mit “Hol Rührei – hol Radio” dem Publikum das Jodeln beibrachten. Der Saal stand Kopf, das war Fassenacht pur. So war es kein Wunder, dass der Wanderpreis „Dexy’s Spaßvogel“, gestiftet von unserem Alt-Aktiven Walter Dexheimer, in diesem Jahr an den Elferrat ging.


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Manfred "Radscha" Radermacher

Nach so viel Klamauk war dann auch wieder scharfzüngiger Humor gefragt, und diesen bot einmal mehr Manfred “Radscha” Radermacher mit seinem Elften Kanal. Mit Biss und satirischen Sprüchen geleitete er das aufmerksame Publikum durch sein lokales Fernsehprogramm und übte mit diesem schon mal die Landessprache unserer neuen Partnerstadt Monte Silvano in Italien ein. Er durfte aber erst von der Bühne, nachdem er „Du bist Lohnschde“ gesungen hatte. Ein Lied, das mittlerweile den Status einer Hymne auf die Heimatstadt Lahnstein erlangt hat.

Überhaupt ist Musik und Gesang eine ganz starke Seite der CCO-Trockensitzungen. Nach einem Jahr Pause standen wieder „Benny and ´Friends“ auf der Bühne, die mit einem Medley aus Disco-Hits und Kölschen Tönen glänzten und die es sogar schafften, dass das Publikum sich von den Tischen weg bewegte und eine Polonaise bildete oder ganz einfach tanzte. An dieser Stelle muss auch die „CCO-Sitzungskapelle“ erwähnt werden: Die Band „Discover“ war für uns auch im zweiten Jahr wieder ein absoluter Glücksgriff. Die Bühneneröffnung zu den Klängen der Rockhymne “Childs Anthem” von Toto wurde ebenso live gespielt wie alle Gesangseinlagen der Büttenredner perfekt begleitet wurden.

Riesig war die Begeisterung im Saal, als das CCO mit seiner großen Tanzgarde „Die Puppen tanzen“ ließ. Monatelanges Training unter der Ägide von Lisa-Marie Nick, Tanja Sonnak und Laura Fuß hatten die 26 Tänzerinnen gerne in Kauf genommen. Tolle Kostüme (die sogar leuchteten) waren genäht worden und die Choreographie stellte hohe Ansprüche an die Mädels, die jedoch nonstop die gut 15 Minuten Dauerbelastung bestens beherrschten und Vollgas gaben.

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Auf “unseren Karl” hatte das Publikum wie immer gewartet. Er garantiert nämlich auch zu später Stunde stets besten Humor, gepaart mit trockenem Witz und Gesang. Als Prediger überzeugte er in diesem Jahr seine Gemeinde, die lautstark so manches „Halleluja“ zum Himmel schickte. Krämers Karl bot wieder Gags am laufenden Band und auch „Dieter und Inge“ und sein “Gabilein” mussten für Geschichten aus dem Leben herhalten. Mehrere Zugaben, „Sierra Madre del Sur“, Wunderkerzen und Konfettiregen beim grandiosen Finale beendeten eine sechseinhalbstündige Trockensitzung, die mal wieder zum besten gehörte, was der Karneval am Mittelrhein zu bieten hat. Dass das ganze Programm drei mal reibungslos über die Bühne ging, verdankten wir wieder unserem Literaten Thomas „Freddy“ Sauereßig der mit seinem Team (Ali Hohenbild, Alexander Groß und den Technikern um Julian Kapp) jederzeit souverän für einen ruhigen und pannenfreien Ablauf sorgte. Auch diese Arbeit belohnte das tolle Publikum stets mit großem Applaus.

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Karl Krämer


Rhein-Lahn-Zeitung vom 11. Januar 2016

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