Sprecher der Wagen- und Bühnenbauer, Mitglied im CCO-Vorstand: Ulrich „Wombel“ Thörmer, Prinz 2009

„Man nehme 2000 Eierstiegen, zerkleinere sie und verbinde sie mit  ordentlich Tapetenkleister zu etwa einer Tonne Pappmarché; außerdem 40 Quadratmeter Spanplatten, eine halbe Tonne Eisen, 100 Meter Dachlatte, 20 Meter Kanthölzer, 40 Liter Farbe und Tausende von Schrauben, 150 Meter Kaninchendraht  und fertig ist der neue Tollitätenwagen“.  Was sich so leicht beschreiben lässt, ist  viel Fleißarbeit für die Aktivengruppe der CCO-Wagen- und Bühnenbauer, die das ganze Jahr hämmern, schrauben, kleben, kleistern, sägen, malen, damit am Rosenmontag Tausende Lahnsteiner über die schmucken Umzugswagen des CCO staunen können.

„Für uns gibt es praktisch keine Pause. Wir arbeiten das ganze Jahr durch“, sagt „Wombel“, Ulrich Thörmer, zusammen mit Gerd Schwan und Udo Ludwig der dienstälteste Bühnenbauer. Seit 1997 ist der Prinz von 2009 dabei, nicht nur nach außen Sprecher des Teams. In der Halle an der Max-Schwarz-Halle hört alles auf sein Kommando. Wombel ist gelernter Schreiner, er weiß, wie eine Treppe auf einem der Prunkwagen zu installieren ist. Udo Ludwig, von Beruf Schlosser, schweißt die entsprechenden Teile fachgerecht und sicher zusammen, damit bei den Umzügen weder Sturm noch heftige Schunkeleinlagen das Gebilde zum Einsturz bringen können. Sicherheit wird großgeschrieben, darauf achten alle in der Wagenbauhalle. Es gibt Schlosser, Maurer, Fliesenleger, Maler, aber auch „artfremde“ Berufe unter den Wagenbauern. Sie alle bringen ihre Erfahrung ein. Auch Dachdecker Gerd Schwan und sein Sohn Marco. Gemeinsam sind sie jeden Dienstag im Einsatz, wenn es in den unteren Räumen des CCO-Vereinsheims laut wird. Gerd Schwan, Ex-Prinz von 2007, sitzt aber auch viele Stunden zu Hause am Zeichenblock. Er ist der kreative Kopf der Wagenbauer, entwirft die neuen Wagen, alle zwei Jahre ein neues Bühnenbild. Das präsentiert er dann dem Vorstand. Wenn die Pläne gefallen, geht es an die Arbeit. Alle zwei, drei Jahre wird ein neuer Wagen gebaut.

„Für uns ist Aschermittwoch nicht alles vorbei,“ lacht Wombel. „Dann wird zwar kurz aufgeräumt, aber danach geht es schon wieder weiter. Die nächste Session steht vor der Tür.“ Bis auf drei Wochen im Sommer trifft man sich jeden Dienstag. Bis Oktober lassen sie es moderat angehen, zwei, drei Stündchen, ab Oktober geht keiner unter vier Stunden nach Hause und man trifft sich zwei Mal die Woche. „Ab Januar sind wir praktisch täglich in der Halle“, berichtet Kalb, der im Sommer auch regelmäßig mit dem Rasenmäher über das Außengelände marschiert. Auch das gehört zur Arbeit der Wagenbauer. Ihr Stundenlohn? „60 Minuten kriegen wir die Stunde“, lachen sie. Denn natürlich machen sie alles ehrenamtlich. Ihr Lohn sind der Applaus des Publikums, wenn bei der ersten Trockensitzung der Vorhang aufgeht und das Bühnenbild bewundert wird, und das Staunen der Zuschauer am Straßenrand, wenn die bunten Festwagen durch Lahnsteins Straßen ziehen.  Idealismus, Spaß, die Begeisterung für den Karneval und die gute Kameradschaft sind es, die die Männer Woche für Woche in die Wagenbauhalle ziehen lässt.

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