Markus Krapf steht ab dem 15. Januar am Herd

Während sich Deutschland, Europa und die Welt infolge der Pandemie im Lockdown befinden, sind viele Menschen hierzulande in Gedanken auch bei den sonst so gerne gepflegten Traditionen und Brauchtümern, denn überall müssen diese jetzt und in den kommenden Wochen und Monaten in den Hintergrund treten. Besonders hart hat es die Gastronomie getroffen, denn gerade dort wurden etliche Euros in saubere Luft und genügend Abstand und Hygiene investiert. Aber auch müssen die Türen für die Gäste geschlossen bleiben, es sei denn die Küche ist für Speisen zum mitnehmen im Betrieb.

Vom harten Lockdown ist auch Markus Krapf betroffen, und das in doppelter Hinsicht: Sein „Winzerhaus“ in der Lahnsteiner Burgstraße ist schon seit Monaten geschlossen und seine Aufgabe als Präsident des Carneval Comités Oberlahnstein (CCO), die er seit vielen Jahren leidenschaftlich wahrnimmt, tritt in diesem Jahr völlig in den Hintergrund, denn Karneval findet in der gewohnten Form nicht statt.

Die Session wäre am 16. Januar zunächst mit der 1. Großen Trockensitzung gestartet, hätte wie immer 32 Tage gedauert und wäre am Fastnachtsdienstag am 16. Februar zu Ende gewesen. „Beim CCO geben sich die Aktiven jedoch nicht geschlagen. Die Menschen in Lahnstein werden aufgrund einiger Aktionen durchaus merken, dass normalerweise Fastnacht wäre. Der Verein plant insbesondere für die junge Generation einige Aktivitäten, die im Laufe der nächsten Tage öffentlich gemacht werden“, sagt Eva Bonn, die zweite Vorsitzende des CCO.

Die erste „Sonderaktion“ richtet sich jedoch vor allem an diejenigen, die ihren Restaurantbesuch vermissen. Markus Krapf steht deshalb ab dem 15. Januar an jedem Wochenende, freitags, samstags und sonntags am Herd und kocht im Rahmen der Aktion „Winzerhaus to go“ närrische elf Gerichte, die sich jeder nach Hause holen kann. „Es handelt sich um Speisen, die für den unkomplizierten Verzehr zu Hause gut geeignet sind“ sagt der 49-Jährige. Es sind Gerichte, die zwar auch ansonsten auf der Winzerhaus-Karte stehen, die aber mit kleinen Besonderheiten versehen sind. Von jedem vereinnahmten Euro aus dem Essensverkauf werden von Markus Krapf elf Cent an „sein CCO“ gespendet. Und zu jeder elften Bestellung spendiert das CCO eine kleine närrische Aufmerksamkeit.

Wer vom 15. Januar bis 14. Februar am Wochenende das Winzerhaus betritt, wird dort auch in einem närrischen Ambiente empfangen, denn Eva Bonn und ihr Team werden das Lokal mit Exponaten aus dem Fastnachtsmuseum dekorieren. Aber die Räume dürfen leider nicht für einen Aufenthalt dienen sondern nur der Abholung von Speisen aus dem speziellen Sortiment. „Wir wollen jedoch den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und dafür sorgen, dass sie die Fastnacht nicht vergessen“, sagt Markus Krapf. Die Speisekarte mit den elf Auswahlgerichten wird auf der Facebookseite des Winzerhauses und auf der Homepage www.winzerhaus-lahnstein.de veröffentlicht. Die Bestellung erfolgt telefonisch unter 02621 2896.

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