Mitreißende Choreografien, originelle Themen und eine außergewöhnlich hohe Leistungsdichte prägten das 32. Männerballettfestival des Carnevals Comité Oberlahnstein. Insgesamt 18 Männerballette aus Nah und Fern verwandelten die ausverkaufte Stadthalle in eine Bühne voller Humor, Emotionen und tänzerischer Präzision.

Durch das mehr als fünfstündige Programm führten Tobias Kalb und Maja Schmidt, die mit Charme, Witz und Gespür für das Publikum souverän moderierten. Verantwortlich für die reibungslose Organisation zeichneten erneut die Festivalleitung Stefanie Muno-Meier und Hans-Georg Meier, die für einen hervorragend strukturierten und stimmungsvollen Abend sorgten.

Bereits zu Beginn setzte die Traditionsgarde Rot-Weiss Lahnstein mit ihrem Männerballett „Die Knubbels“ Akzente. Zum elften Mal dabei fungierten sie mit „Im Sternzeichen der Knubbels“ als perfekter „Icebreaker“ und überzeugten mit Ausdrucksstärke, Synchronität und karnevalistischem Witz. In der Gesamtwertung belegten die Knubbels einen respektablen Platz im starken Teilnehmerfeld und wurden zudem mit dem Treuepokal für 11 Jahre Teilnahme ausgezeichnet.

Einen historischen Moment erlebte das Festival, als der Niederlahnsteiner Carnevals Verein  (NCV) mit „Leinen los – mit Kurs auf Köln über die Wellen Europas“ die erste 10,0-Wertung des Abends erhielt. Der Auftritt wurde mit langanhaltendem Applaus gefeiert und führte den NCV am Ende auf einen hervorragenden 3. Platz der Gesamtwertung und Platz 1 in der Kategorie „karnevalistische Wirkung“.

Besondere Begeisterung lösten die Bordsteinschwälbchen Langendernbach aus. Mit ihrem Auftritt „Der gestiefelte Kater“ erreichten sie sieben Mal die Höchstnote 10,0, belegten gemeinsam mit den Johannishöfern Platz 1 der Gesamtwertung und erhielten zusätzlich den Sonderpreis für die weiteste Anreise. Auch in den Einzelwertungen gehörten sie zu den Topplatzierten, unter anderem für Kostüm (1.) und karnevalistische Wirkung (2.).

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Einen weiteren Höhepunkt des Abends setzten die Johannishöfer mit „33 Jahre Racingteam Johannishöfer – Wir geben Vollgas“. Mit einer makellosen Leistung erzielten sie ebenfalls sieben perfekte 10,0-Wertungen der Jury und sicherten sich damit zusammen mit Langendernbach den Festivalgesamtsieg und den 1. Platz im Gesamteindruck.

Ein emotionaler Gänsehautmoment entstand, als der Saal erstmals geschlossen von den Plätzen aufstand, um den Auftritt „König der Löwen“ des KCV Kratzenburger Ometzele zu würdigen – ein eindrucksvolles Zeichen für die besondere Wirkung dieser Darbietung.

Auch „Wenn Amor zielt, dann nehmt Euch in Acht, denn selbst beim Tanzen wird Liebe entfacht“ des Liesenfelder Männerballett führte zu stehenden Ovationen.

Seit 25 Jahren dabei war die Ki+Ka Kobern- Gondorf mit ihrer Trainerin Julia Assenmacher. Sie präsentierten Gallische Power bei ihrer Mission Zaubertrank.

Überhaupt war die Vielfalt der Kostüme beeindruckend wie etwa Charlie und die Schokoladenfabrik“ der ECV Hallunken Emmelshausen, Schottenpower der KG Sayn e.V. Sääner Igelschnäuzchen oder „Asterix und Obelix“ mit einem Dutzend römischer Legionäre der Vulkanelfen Niederzissen.

Weitere Sonderpreise gingen unter anderem an:

  • „Zarte Zehe“ Niedermendig als größte Gruppe sowie für den besten Ein- und Ausmarsch („Partynight Zehenstyle“)
  • Pantallones de Famosos, Bürgerverein Grün-Weiß Frohsinn Heddesdorf als schwerste Gruppe („Operation Banane – wenn Minions die Bühne stürmen“)
  • Heribert Breitbach von den Knubbels als ältester Teilnehmer mit 75 Jahren

Für zusätzliche tänzerisch humorvolle Akzente außer Konkurrenz sorgte die CCO- Prinzengarde Funken Blau- Weiß mit dem Tanz der „11. Kavallerie“, die das Programm eindrucksvoll bereicherten. Andere Gardemitglieder übernahmen das Wiegen aller Teilnehmer und halfen bei der Gruppenbetreuung.

Auch die karnevalistische Prominenz ließ sich das Festival nicht entgehen: Prinz Julian und Lahno- Rhenania Johanna verfolgten vor und nach ihrem Auftritt das Geschehen im Saal und zeigten sich begeistert vom außergewöhnlich hohen Niveau.

Am Ende waren sich Jury, Aktive und Publikum einig: Das 32. CCO-Männerballettfestival setzte Maßstäbe – sportlich, kreativ und karnevalistisch – und bestätigte eindrucksvoll die Bedeutung dieser Veranstaltung für die regionale Fastnacht.